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Würmtaler Nachrichten

Wahlforscher räumt Linkspartei realistische Chancen ein

Der Parteienforscher Franz Walter von der Universität Göttingen sieht gute Erfolgschancen für das neue Linksbündnis «Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit e.V.». «Insgesamt dürften zwischen fünf und zehn Prozent der Wähler prinzipiell erreichbar sein», sagte Walter der «Berliner Zeitung» (Montagausgabe). Vor allem im Westen Deutschlands hätte das Linksbündnis Chancen, enttäuschte SPD-Anhänger aus dem Lager enttäuschter Nichtwähler zu mobilisieren.

Zugleich kritisierte der Politikwissenschaftler die Strategie der SPD und den Umgang der Sozialdemokraten mit den Gewerkschaften. So sei etwa in der SPD-Bundestagsfraktion kein prominentes Gewerkschaftsmitglied präsent. «Der Fehler ist, dass die SPD mit der Arbeiterklasse ihre traditionelle Klientel freigegeben hat«, sagte Walter. Alarmierend sei dabei, dass sie dies nicht einmal bemerke.

Im offenen Streit mit den Gewerkschaften sieht Walter eine große Gefahr für die SPD. «Ohne die Gewerkschaften hat die Partei keine Chance, im Wahlkampf ausreichend Mitglieder zu mobilisieren», sagte er. «Sie wäre nicht mehr kampagnenfähig.» Überhaupt schätzt Walter die Zukunft der Sozialdemokraten skeptisch ein. Die SPD sei zu einer »Partei der arrivierten mittleren Schichten« geworden. Ihr fehle es an »Dynamik und Vitalität, an einer Idee von einer anderen Zukunft«. «Viel Charme versprüht eine solche Partei selbstgenügsamer Pausbäckigkeit jedenfalls nicht», sagte der Wissenschaftler.

   

  
       

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