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Würmtaler Nachrichten

Googeln im Duden - ab Ende August

Für viele Büros, Redaktionen oder Schulen gehört er zum unverzichtbaren Inventar. 22 Auflagen schon hat der Bestseller aus dem Mannheimer Dudenverlag erlebt. Nun hat die Dudenredaktion wieder Fleißarbeit geleistet: Am 28. August erscheint die neue Ausgabe des «seit fast 125 Jahren wichtigsten deutschen Nachschlagewerks zur Klärung orthographischer Zweifelsfälle»: der «Duden - Die deutsche Rechtschreibung».

Nachdem die Kultusministerkonferenz Anfang Juni die Rechtschreibreform «endlich amtlich gepackt hat, konnten wir sofort die letzten Änderungen einarbeiten«, sagt Klaus Holoch, der Sprecher des Verlags Bibliographisches Institut&F.A. Brockhaus AG, unter dessen Firmendach der Duden erscheint. Die Höhe der Auflage des Standardwerkes verrät Holoch dabei ebenso wenig wie die Umsatzzahlen. Nur so viel: Der Duden sei der «wichtigste Titel» im Verlagsprogramm und seit 370 Wochen ununterbrochen in den deutschen Buchhitparaden.

125 000 Stichwörter wird die - bisher umfangreichste - «völlig neu bearbeitete und erweiterte» 23. Auflage des gelben Klassikers enthalten, der nun den «endgültigen und aktuellen Stand der neuen Rechtschreibung» mit allen verbindlichen neuen Schreibungen, Trennungen und Regeln vermittelt. 5000 Wörter wurden neu aufgenommen. «Eine ganze Menge» sei das, betont der Leiter der Dudenredaktion, Matthias Wermke. «Die wollen erst mal gesammelt und aufbereitet sein.»

Zu den Neulingen gehören «Billigflieger», «Fotohandy», «Genmais», «Ich-AG», «Minijob», «Sars» und sogar «googeln». Das Verb - das auch gebeugt werden kann: »ich goog(e)le« - bedeutet allgemein etwas im Internet suchen und im besonderen in der gleichnamigen Suchmaschine.

Für das Standardwerk betreiben die Wörterbuchmacher aus der Dudenstraße 6 eine »kontinuierliche Sprachbeobachtung«. Sprache und Wortschatz entwickelten sich »explosionsartig, da muss man ständig dranbleiben«, sagt Wermke. Analysiert würden große Textmengen aller Art, ob literarische Texte, Zeitungen oder Magazine. Aus diesen würden die »auffälligen Neuwörter«, neue Bedeutungen und neue grammatische Bedeutungsweisen herausgefiltert, schildert der Sprachexperte.

In den Duden aufgenommen würden Wörter aber nur, wenn sie »Teil der Allgemeinsprache« geworden seien. »Es darf nicht nur ein 'Spiegel'-Wort sein«, betont Wermke. Dies gelte auch für Werbewörter wie »unkaputtbar« oder »kuschelweich«. »Nur wenn 'kuschelweich' überall vorkäme, von Walser bis zur 'Bild'-Zeitung, würden wir es nehmen«, betont der Leiter der Dudenredaktion.

Fehler gab es nach Angaben der Sprachexperten in dem Rechtschreibklassiker übrigens äußerst selten. Dennoch: »Der Duden ist auch nur ein Mensch«, sagt Holoch. An einen Lapsus können er und Wermke sich erinnern: das portugiesische Eiland Madeira. »Das wurde zwar richtig geschrieben, aber die Insel wurde dem falschen Land zugeordnet», berichtet Holoch.

Der neue Duden erscheint als Buch für 20 Euro, als Paket aus Buch und CD-ROM für 25,50 Euro sowie als einzelne CD-ROM für Windows, Mac und Linux für jeweils 19,95 Euro. Auf CD-ROM bietet der Duden erstmals Aussprachehilfe zu mehreren Tausend schwierigen Wörtern auf Basis der Vertonungen durch die Aussprachedatenbank der ARD. (www.duden.de)

   

  
       

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