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Würmtaler Nachrichten

Ackermann-Verteidiger will Freispruch

Im Düsseldorfer Mannesmann-Prozess will der Verteidiger des mitangeklagten Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann, Klaus Volk, auf Freispruch für seinen Mandanten plädieren. Das kündigte der Jurist in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» an. Die Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer zweijährigen Bewährungsstrafe für Ackermann bezeichnete Volk als unrealistisch. «Wenn man sich in die verquere Gedankenwelt der Staatsanwaltschaft hineinversetzt, mag das Strafmaß nachvollziehbar sein», erklärte der Anwalt.

Die nach der Mannesmann-Übernahme durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone geflossenen Prämienzahlungen in Millionenhöhe stellten keine Straftat dar, sagte Volk der Zeitung. Die Anklagebehörde habe in der Hauptverhandlung keine neuen Beweise geliefert. «Die Staatsanwälte haben sich manchmal benommen wie strafrechtliche Geisterfahrer», sagte Volk.

Mit Tessen von Heydebreck nahm erstmals auch ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank Stellung zu dem Prozess. «Wie die Staatsanwaltschaft angesichts des Prozessverlaufs und der eindeutigen Ergebnisse der Beweisaufnahme so plädieren konnte, bleibt deren Geheimnis», sagte der Personalvorstand der Deutschen Bank der Zeitung. «Es kommt in diesem Land Gott sei Dank nicht auf Vorurteile an, sondern auf Urteile», ergänzte er.

Unterdessen unterstützte der Münchener Strafrechtsprofessor Bernd Schünemann die Anklage. «Die Strafmaßanträge der Staatsanwaltschaft sind differenziert und überlegt und liegen, wenn man die erhobenen Vorwürfe und ihr Gewicht zugrunde legt, sogar an der unteren Grenze der Angemessenheit», sagte Schünemann der Zeitung.

Für die beschuldigten früheren Mannesmann-Manager und -Aufsichtsräte hatten die Düsseldorfer Staatsanwälte in der vergangenen Woche mehrjährige Haftstrafen sowie Bewährungsstrafen gefordert. Mit drei Jahren Gefängnis die höchste Strafe soll nach dem Willen der Anklage der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Funk erhalten. Für Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser fordern die Staatsanwälte zwei Jahre und sechs Monate Haft.

Für die übrigen vier Angeklagten, darunter neben Ackermann auch Ex-IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, sieht die Staatsanwaltschaft Bewährungsstrafen vor. Der Mannesmann-Prozess wird am Donnerstag mit den Plädoyers der Verteidiger fortgesetzt. Das Urteil wird für Ende Juli erwartet.

   
  
       

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