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Würmtaler Nachrichten

Aus für Frank Castorf

Der Vertrag von Frank Castorf als künstlerischer Leiter der Ruhrfestspiele Recklinghausen wird aufgelöst. Das beschloss am Montagabend der Aufsichtsrat des traditionsreichen Kulturfestivals, dem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Recklinghausen angehören. Hauptgrund für die Trennung sei der "dramatische Besucherrückgang bei allen Besuchergruppen", sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Ingrid Sehrbrock, Vorstandsmitglied im DGB, am Dienstag in Berlin. So habe die Auslastung des Festivals nach 75 bis 82 Prozent in den Vorjahren diesmal nur noch bei 35 Prozent gelegen.

Der schlechte Kartenverkauf habe die Festspiele dem Bürgermeister von Recklinghausen, Wolfgang Pantförder (CDU), zufolge "hart an den Rand der Insolvenz" geführt. Es sei zu Mindereinnahmen von rund 500 000 Euro gekommen. Der Fortbestand des Festivals sei deshalb nur "durch einen Schnitt" sicherzustellen.

Sehrbrock sagte, die Gesellschafter müssten "große Anstrengungen unternehmen", um den Bestand der Ruhrfestspiele zu sichern. Für die Zukunft gebe es bereits Überlegungen, die aber noch abgestimmt werden müssten. Für 2005 werde eine Interimslösung angestrebt.

Der Vertrag mit Castorf, der noch bis 2007 läuft, soll laut Pantförder möglichst "sofort" und "einvernehmlich" aufgelöst werden. Bisher gebe es aber noch keine Einigung. "Im Zweifel gehen wir auch außerordentlich auseinander", betonte der Bürgermeister.

Pantförder betonte, die Gesellschafter würdigten "die künstlerische Arbeit von Frank Castorf". Man habe bei ihm jedoch "Professionalität im Festivalmanagement vermisst" und bemängele die Präsenz und den Einsatz des Festsspielleiters. Die Gesellschafter kritisierten zugleich das Engagement von Gerard Mortier als Intendant der Ruhrfestspiele.

Mortier, der in seiner Funktion als Intendant der RuhrTriennale auch an der Spitze der Festspiele stand, habe weder angekündigte Koproduktionen realisiert, noch den Ruhrfestspielen zugesagte Mittel zur Verfügung gestellt. Mortier war am Donnerstag als Intendant der Ruhrfestspiele zurückgetreten.

   

  
       

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