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Würmtaler Nachrichten

Karstadt verschärft Sparkurs

Angesichts anhaltender Umsatzrückgänge verschärft Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern KarstadtQuelle seinen Sparkurs und streicht bis 2006 rund 4000 Arbeitsplätze. Betroffen sind nach Unternehmensangaben vor allem Vollzeitstellen in der Verwaltung der 212 Waren- und Sporthäuser. Dabei soll es auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen, die jedoch mit einem Sozialplan abgefedert werden. KarstadtQuelle verspricht sich von dem Stellenabbau in den kommenden zwei Jahren Einsparungen von 145 Millionen Euro.

Der Essener Konzern beendete am Wochenende die seit Wochen andauernden Spekulationen über eine Umstrukturierung der Warenhaus-Sparte, die seit Monaten unter der Konsumflaute in Deutschland leidet. KarstadtQuelle-Sprecher Jörg Howe stellte am Samstag klar, dass bis 2006 zwei bis drei der insgesamt 180 Warenhäuser geschlossen werden. Dies stehe aber nicht im direkten Zusammenhang mit dem aktuellen Sparkurs. In Medienberichten war zwischenzeitlich von der Schließung von bis zu 30 Kaufhäusern die Rede.

Die Zahl der Arbeitsplätze, die im Warenhausbereich in den kommenden zwei Jahren gestrichen werden sollen, bezifferte Howe auf rund 4000. Ausdrücklich wies der Sprecher darauf hin, dass es dabei auch zu Entlassungen kommen werde. Der Konzern wolle jedoch «so weit wie möglich sozialverträglich» vorgehen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen im Warenhausbereich 47 000 Mitarbeiter. Umgerechnet auf Vollzeitarbeitsplätze sind es 37 500 Beschäftigte.

Mit dem Stellenabbau will die Karstadt Warenhaus AG nach eigenen Angaben in den kommenden beiden Jahren im Verwaltungsbereich Personalkosten in Höhe von 95 Millionen Euro einsparen. Im Zuge des Kostensenkungsprogramms «Zero Base» seien bislang 90 Prozent aller Verwaltungsabläufe überprüft worden. Im Verkauf sollen die Kosten bereits bis zum kommenden Jahr um 50 Millionen Euro reduziert werden.

KarstadtQuelle war im ersten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Vorsteuerverlust von 170 Millionen Euro verbucht. Der Fehlbetrag nach Steuern stieg von gut 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 110 Millionen Euro, während der Umsatz um 4,4 Prozent auf rund 3,52 Milliarden Euro zurückging. Bereits 2003 war das Ergebnis bei rückläufigen Umsätzen auf neun Millionen Euro eingebrochen. Für dieses Jahr erwartet der Konzern im schlimmsten Fall ein negatives operatives Ergebnis in zweistelliger Millionen-Höhe. (Quelle: Howe auf Anfrage)

   
  
       

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