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Würmtaler Nachrichten

Oper goes Fußball

Sonst stehen sie immer ganz am Ende der Münchner Opernfestspiele: Richard Wagners «Meistersinger von Nürnberg». In diesem Jahr wird der traditionelle Rausschmeißer aber auch am Beginn des renommierten Festivals zu sehen sein. Denn nach einem Vierteljahrhundert präsentiert die Bayerische Staatsoper wieder eine Neuinszenierung der «Meistersinger» - an genau jener Stätte, an der die Oper am 21. Juni 1868 auch ihre Uraufführung erlebte. Die reichlich verstaubte Inszenierung August Everdings von 1979 verschwindet dann endlich in der Versenkung.

Die festliche Eröffnungspremiere am Dienstag (29. Juni) wird nicht nur von der zahlreich erwarteten Prominenz mit Spannung erwartet. Auch ganze Heerscharen von Kritikern werden Regisseur Thomas Langhoff, der in München zuletzt Berlioz' «La damnation de Faust» mit großem Erfolg inszenierte, genau auf die Finger schauen. Wie wird sich der renommierte Theater- und Opernregisseur Wagners laut Staatsopernintendant Sir Peter Jonas «untypischster» Oper nähern? Und wie wird Generalmusikdirektor Zubin Mehta das viereinhalbstündige Mammutwerk, das mit großer Symphonik und stimmkräftigen Chorszenen aufwartet, musikalisch meistern?

Die Opernfestspiele warten aber noch mit zwei weiteren Premieren auf: Benjamin Brittens selten gespieltem Werk «The Rape of Lucretia» in der Inszenierung von Deborah Warner (musikalische Leitung: Ivor Bolton) und Claude Debussys einziger vollendeter Oper «Pelléas et Mélisande» in der Regie von Richard Jones (musikalische Leitung: Paul Daniel).

Neben den drei Neuinszenierungen werden zu den fünfwöchigen Festspielen (26.6.-31-7.) alle Neuproduktionen der Spielzeit zu sehen sein: Alban Bergs «Lulu», Christoph Willibald Glucks «Orphée et Eurydice», Gaetano Donizettis «Roberto Devereux» und Charles Gounods «Roméo et Juliette». Dazu kommen Wiederaufnahmen von «Tannhäuser» (Wagner), «Rodelinda» und «Xerxes» (Georg Friedrich Händel) sowie «Othello» und «Don Carlo» (Giuseppe Verdi).

Starsänger Placido Domingo gibt sich heuer in München nicht die Ehre. Dafür stehen andere große Namen auf dem Programm. Allen voran die grandiose Edita Gruberova und die ebenso stimmschöne wie selten zu hörende Vesselina Kasarova. Insgesamt präsentieren die Festspiele 44 Vorstellungen, davon drei Ballette, vier Liederabende und drei Konzerte.

Wer nicht mehr die gewünschten Karten ergattern konnte, kann sich auf die Opern-Air-Vorstellungen der Reihe «Oper für alle» freuen. Am 10. Juli dirigiert Zubin Mehta auf dem Max-Joseph-Platz vor der Münchner Residenz Gustav Mahlers 3. Symphonie mit Marjana Lipovsek als Sopranistin. Und einen Tag später werden die «Meistersinger» live aus dem Nationaltheater auf eine Großleinwand auf dem Platz übertragen.

Doch die Münchner Opernfestspiele 2004 bieten nicht nur Arriviertes, sondern auch Randständiges. Das Avantgarde-Programm läuft seit Jahren erfolgreich unter dem Label «Festspiel+» und bietet unter anderem ein Jazz-Konzert und die Cabarett-Oper «Kastanienball».

Am 22. Juli heißt es dann «Oper goes Fußball». Im 60er-Stadion an der Grünwalder Straße hat die Sprachoper «Heimspiel» Premiere. Das Stück handelt vom Leben des Münchner Komikers Karl Valentin und verspricht laut Pressetext ein «Open-Air-Live-Spektakel» aus «alten Valentin-Szenen, alter Oper und neuer Pop-Musik». Der bekannte Schauspieler Sepp Bierbichler wird den Valentin mimen, BR-Fußballreporter Günther Koch den Stadionsprecher.

   

  
       

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