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Würmtaler Nachrichten

   
Als Sammelmünze wird die D-Mark noch bis 2001 geprägt
Von Wolfgang Dahlmann

Düsseldorf (dpa) - Die D-Mark kommt nach dem Start des Euro noch eimmal in Schwung. Während in den Portemonnaies der Verbraucher Pfennig und DM-Stücke von 1997 die jüngsten Münzen bleiben, werden Sammelstücke weiter geprägt.

Die Bundesschuldenverwaltung kündigte neue Serien vom Pfennig bis zum Fünf-Mark-Stück bis zum Jahr 2001 an. In den Umlauf kommen diese Münzen nicht. Sie werden nur an Sammler verkauft - für 115 DM als Normal- und 200 DM als Spiegelglanzsatz.

Die Sammelsätze zum Nennwert von 63,40 Mark beinhalten alle Münzen vom Pfennig bis zum Fünf-Mark-Stück. Das Zwei-Mark-Stück kommt wegen der verschiedenen Motive dreimal vor. «Die 97er Ausgabe ist heute bereits rund 180 DM wert», schätzen Münzexperten. «Der 95er Jahrgang wird schon mit 1 600 bis 1 800 DM gehandelt», sagt Eberhard Fink von der Stuttgarter Münzen- und Medaillenhandlung Sonntag. Ursache ist die kleine Auflage von 20 000 Sätzen. «Die kommenden Ausgaben sollen in einer Auflage von rund 60 000 erscheinen», sagt der Verkaufsleiter der Bundesschuldenverwaltung, Manfred Dreßler, in Bad Homburg.

Ärgern müssen sich Spekulanten, die sich über Versandhändler mit Euromedaillen eingedeckt hatten. Dieser Handel ist seit dem Sommer verboten. Erboste Käufer bleiben auf den als Wertobjekte gepriesenen Medaillen sitzen. Statt der bezahlten 60 bis 100 DM bringen sie nur noch den Metallwert, einen Bruchteil des Kaufpreises. Als Medaillen haben sie anders als Münzen keinen Nennwert. Glücklich darf sich nur schätzen, wer ohne Hoffnung auf Wertsteigerung eines der Objekte als Sammelstück für die Vitrine gekauft hat.

Der Präsident der Deutschen Numismatischen Gesellschaft warnt nun vor neuen Tricks der Versandhäuser. «Nachdem der Euro geschützt ist, werden einschlägige Firmen ähnliche Begriffe suchen», vermutet Präsident Albert Raff in Stuttgart.

Seriöse Händler weisen immer wieder darauf hin, daß Sammeln selten auf Wertsteigerung zielt. «Das Ganze ist eher ein Hobby», heißt es im Düsseldorfer Auktionshaus Felzmann. Um Wertsteigerungen erzielen zu können, braucht man Fachwissen», betont Münzfachmann Hartmut Wnuk.

Ein echtes Hobby ist das Zusammenstellen von Münzserien aus dem Portemonnaie. Besonders Einsteiger legen Sammellager für Pfennige, Groschen und Silbergeld aller Jahrgänge und Prägestätten an. Da kommt allein durch die fünf deutschen Prägeorte Berlin, München, Stuttgart, Karlsruhe und Hamburg, erkennbar durch die Buchstaben A, D, F, G, J viel Kleingeld zusammen. Die Münzen im Umlauf sind allerdings verkratzt und bringen auch als ganze Sätze kaum mehr als den Nennwert. «Manchmal kann es sich aber lohnen, bei der Bank nach druckfrischen Märkern zu fragen», sagt Fink. Außerdem können Münzen noch auf Jahre hinaus zum Nennwert umgetauscht werden.

Wer nicht suchen will, muß tauschen, ersteigern oder zum Händler gehen. Sonst bleibt die Hoffnung auf die neuen Münzsätze, doch die sind begehrt und rar. Einen Traum sollten sich Münzfreaks schenken: Das berühmte Fünf-Mark-Stück von 1958, Prägeanstalt Hamburg «J», oder ein 50-Pfennig-Stück von 1950 «G» mit dem Fehldruck `Bund Deutscher Länder" statt «Bundesrepublik Deutschland» auf der Straße zu finden, kann man begraben. «Das haben schon zu viele versucht», sagt Raff.

          
   

  

       

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