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Würmtaler Nachrichten

   
Die geldpolitischen Instrumente der Europäischen Zentralbank

Frankfurt/Main (dpa) - Das zentrale Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Geldwertstabilität des Euro. Der EZB-Rat akzeptiert dabei maximal Teuerungsraten von durchschnittlich 2,0 Prozent im Euroland.

Die Währungshüter gehen davon aus, dass eine zu üppige Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld - Geldmengenexpansion schneller als das Wachstum des Produktionspotenzials - die Inflation anheizt.

Mit ihrem geldpolitischen Instrumentarium versucht die EZB, die Ausweitung der Geldmenge zu beeinflussen. Mit höheren Leitzinsen soll die Nachfrage der Kreditwirtschaft nach Zentralbankgeld gedrosselt, mit niedrigeren EZB-Sätzen stimuliert werden. Die Wirkungskette zwischen Zinsbeschlüssen, Konjunktur und Preisen ist allerdings äußerst komplex und wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Neben der noch als zulässig akzeptierten Teuerung peilt der EZB-Rat für 2000 ein Geldmengenwachstum von maximal 4,5 Prozent an.

Die wichtigste Stellschraube für die Geldpolitik von EZB-Präsident Wim Duisenberg und seiner Mannschaft sind die Offenmarktgeschäfte mit der Kreditwirtschaft. Dabei liegt die Initiative bei der EZB. Von zentraler Bedeutung sind die Hauptrefinanzierungsgeschäfte in Form regelmäßiger wöchentlicher Standardtender. Dabei bietet die EZB zu einem festen Zins (Mengentender) den Banken und Sparkassen Zentralbankmittel an. Möglich ist auch die Ausschreibung eines Zinstenders, bei dem die Kreditinstitute den Zinssatz durch ihre Gebote beeinflussen können.

Der aktuelle Hauptrefinanzierungssatz - seit Februar 2000 bei 3,25 Prozent - wird von einem Korridor eingerahmt. Nach oben wird die Spanne der EZB-Zinsen durch die Spitzenrefinanzierungsfazilität begrenzt, nach unten durch die Einlagefazilität. Bei diesen beiden ständig offenen Geldquellen liegt die Initiative bei der Kreditwirtschaft.

Bei der Spitzenrefinanzierungsfazilität - die Bundesbank nennt dies «Übernachtkredit» - können sich die Institute zu einem Zinssatz von derzeit 4,25 Prozent Liquidität mit einer Laufzeit von einem Geschäftstag beim Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) besorgen. Das untere Ende des Zinskorridors wird von den Zinsen markiert, die die EZB für Einlagen der Kreditwirtschaft über Nacht gewährt. Dieser Satz liegt zurzeit bei 2,25 Prozent.

          
KOMMISSION

Die Europäische Kommission ist das Organ der
Europäischen Gemeinschaft,
das die Umsetzung der
Bestimmungen des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft
gewährleistet, Initiativen in der Gemeinschaft ergreift,
Vorschläge zur
Sekundärgesetzgebung macht und in bestimmten Bereichen
öffentliche Gewalt ausübt. Auf wirtschaftspolitischem
Gebiet spricht die
Kommission Empfehlungen
für die Grundzüge der
Wirtschaftspolitik in der
Gemeinschaft aus und
berichtet dem Rat der
Europäischen Union über konjunkturelle und
wirtschaftspolitische
Entwicklungen. Sie prüft die Einhaltung der
Haushaltsdisziplin im
Rahmen der multilateralen
Beaufsichtigung und legt dem Rat Berichte vor. Der Kommission gehören 20 Mitglieder an; je zwei Mitglieder aus Deutschland,
Spanien, Frankreich, Italien sowie dem Vereinigten
Königreich und je eines aus den übrigen Mitgliedstaaten.

  

       

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