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Würmtaler Nachrichten

"Playboy" setzt auf "Erotik mit Qualität"

"Sex ist Pflicht" ist der Titel einer Story im neuen "Playboy". Doch auf dem Cover ist beim neuen Heft von Sex keine Spur. Es zeigt lediglich ein Porträtfoto mit den sinnlichen Lippen der Schauspielerin Cosma Shiva Hagen. Treue "Playboy"-Leser wissen aber, dass sich die 21-Jährige im Inneren des Heftes entblättern wird. Und Chefredakteur Stefan Schmortte betont: "Auch ein Gesicht kann sehr erotisch sein." Der 41-Jährige zeichnet verantwortlich für die erste "Playboy"-Ausgabe nach dem Wechsel vom Bauer- zum Burda-Verlag.

Der Lizenzwechsel zwischen den beiden Verlagen verlief wenig harmonisch. Seinen Chefredakteurs-Vorgänger Stefan Gessulat hat Schmortte bis heute nicht kennen gelernt. Der Bauer-Verlag habe die Abonnentendatei zunächst nicht herausgerückt, sagt Schmortte. Und die Auflage sei in den vergangenen Monaten gezielt in den Keller gefahren worden. Das neue Heft, das ab Donnerstag erhältlich ist, soll mit einer Druckauflage von einer halben Million an den Start gehen. 200.000 Exemplare werden künftig garantiert, nachdem zuletzt nur noch 160.000 ausgeliefert worden sind. Ein Archiv mit den Ausgaben der letzten 30 Jahre musste sich die neue Redaktion selbst aufbauen.

Für den "Playboy"-Leser ändert sich nicht nur, dass das Magazin nicht mehr geheftet, sondern geklebt wird. Das traditionelle Centerfold kann aber auch künftig herausgetrennt werden. Auch inhaltlich gibt es Neues: "Wir setzen weniger auf Standards und Rubriken", sagt Schmortte. Die Blondinen-Quote soll sinken. Und bei den Fotostrecken soll weniger retouchiert oder am Computer getrickst werden. Erlaubt ist aber auch künftig, dass "Playmates" der Mutter Natur mit Silikon nachhelfen, solange es noch natürlich aussieht. Denn: "Sie lassen sich ja auch beim Zahnarzt eine Krone machen oder sich beim Friseur die Haare schneiden."

"Alles, was Männern Spaß macht"

Der Stellenwert der Erotik bleibt unangefochten. "Aber wir wollen wieder Qualität in die Erotik bringen", betont der Familienvater, der vorher bei "Focus Money" tätig war. Zwischen den Fotostrecken in der aktuellen Ausgabe findet sich auch eine Reportage über den Ausbildungsplan beim Bundesnachrichtendienst oder ein siebenseitiges Interview mit Schauspieler Armin Mueller-Stahl, wobei die Redaktion auch mal vor einer völlig fotofreien Seite mit Textwüste nicht zurückschreckt. Außerdem erfährt der Leser, dass an der Uni in Erfurt der Studentinnen-Anteil bei rekordverdächtigen 78 Prozent liegt. Ein Paradies für Männer? Fazit der Redaktion: "Nicht unbedingt. In Erfurt gibt es für Männer nichts mehr zu erobern. Der Jäger in ihnen ist arbeitslos."

In einem Heft für "Alles, was Männern Spaß macht" dürfen auch die Themen Autos und Fußball nicht fehlen: Auf einem Straßenplan sind bundesweit die Autobahnen eingezeichnet, auf denen ohne Tempolimit noch freie Fahrt gilt. Und in einem Fußball-Spezial kommen die Architekten neuer Fußballstadien zu Wort. Auch die legendären "Playboy"-Witze fehlen nicht zwischen Werbung für schnelle Autos und Anti-Schuppen-Shampoo. "Die Witze sind mythologisch", sagt der studierte Philosoph und Historiker und zieht in seinem Chefsessel in der Münchner Prinzregentenstraße an seiner Zigarette.

Frühere "Playboy"-Redaktion bastelt an "Matador"

Einige Kilometer weiter im Stadtteil Neuperlach sitzt die frühere "Playboy"-Redaktion und bastelt an einem neuen Magazin. Mehr als den Arbeitstitel "Matador" verrät sie nicht. Am Telefon melden sich die die früheren "Playboy"-Macher jetzt mit "Projekt 2003".

Die Konkurrenz aus dem Hause Bauer fürchtet Schmortte nicht: "Das Heft schau ich mir an, wenn es irgendwann vielleicht mal auf den Markt kommt." Solange wird er weiter versuchen, prominente Frauen zu überzeugen, sich für den "Playboy" auszuziehen. Für das nächste Heft ist ihm das schon gelungen. Doch wer sich hüllenlos präsentiert, das verrät er noch nicht. Sicher ist nur, dass auch für diese Frau ebenso wie für Cosma Shiva Hagen gilt: "Sie wird wieder prominent sein. Die Attraktion einer Frau besteht nicht nur aus einem nackten Busen, sondern auch aus dem Funkeln in ihren Augen."

   
   

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